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Flutkatastrophe in Südostasien
über den Bruder einer hauptamtlichen Mitarbeiterin unseres Unterbezirks, der vor Ort im Katastrophengebiet arbeitet, erreichte uns der anliegende Hilfeaufruf einer privaten Initiative für die Flutopfer in Aceh Jaya District (Sumatra). Viele Städte und Dörfer an der Westküste Acehs (wie die Kleinstadt Lamno) können bisher immer noch nicht auf dem Landweg mit Hilfsgütern erreicht werden, da Straßen und Brücken zerstört sind. Es wird sicher noch einige Wochen dauern bis dieses zumindest provisorisch behoben ist. In Banda Aceh stapeln sich mittlerweile die Hilfsgüter in ausreichender Menge aber es hapert an Organisation und Logistik für die Verteilung, so dass viel Orte an der Westküste noch gar nicht oder nur durch eine spärliche und unzureichende Versorgung mit Hilfsgütern erreicht werden. Mit den ersten eingegangenen Spenden für die oben genannte private Initiative wurde z. B. ein Boot angemietet, mit einer Frachtkapazität von 30 Tonnen. Hiermit werden die Hilfsgüter der großen Organisationen (USAID, IOM und UNHCR) in die Kleinstadt Lamno transportiert. Diese Organisationen sind regelrecht froh, einen Teil der Hilfsgüter abgeben zu können, da sie selbst nicht über ausreichend Transportmöglichkeiten verfügen. Durch den Tsunami wurden in den meisten Orten an der Westküste auch sämtliche Schulen zerstört und viele Lehrkräfte getötet. Da der Wiederaufbau der Schulen von staatlicher Seite weit unten auf der Liste der Dinge steht, planen die Helfer der privaten Initiative den Aufbau von Zeltschulen in den Städten Lamno und Calang um in den nächsten Monaten Schulunterricht zu ermöglichen und somit vor allem ein Stück Normalität für die überlebenden Kinder einkehren zu lassen. Zelte hierfür können wahrscheinlich von anderen großen Organisationen organisiert werden, aber Schulmaterialien und Gehälter für Lehrer müssen bezahlt werden bis der Staat es schafft diese Aufgabe in den völlig zerstörten Orten wieder zu übernehmen.
Der AWO Kreisverband möchte dieses Projekt unterstützen. Es besteht daher die Möglichkeit die dringend benötigten Spenden auf folgendes Konto bei der AWO einzuzahlen:
Sparkasse Kamen
Mit freundlichen
Grüßen
Hilfeaufruf Hilfe für Kinder im Jaya-Distrikt
von Aceh: Projekt-Plan der Fauna & Flora International
(FFI) (FFI ist die älteste – etwa 100 Jahre - Umweltschutzorganisation mit Sitz in Cambridge, UK und arbeitet weltweit; so auch in Aceh und Nord-Sumatra seit 1998, Sitz : Bandah Aceh und Medan ) Frank Momberg (Kontaktadresse in der BRD: eckart.stremme@t-online.de) Hintergrund Am 26. Dezember 2004 ereignete sich um 7.58 Ortszeit etwa 250 km vor der Westküste von Sumatra (Indonesien) ein Seebeben der Stärke 9 auf der Richterskala. Dies erzeugte eine extrem zerstörerische Flutwelle (Tsunami) von etwa 10 m Höhe, die sich mit 800 km/Stunde ausbreitete. Sie traf verschiedene Küstenländer des Indischen Ozeans, darunter Indonesien (Aceh und Nord-Sumatra), Sri Lanka, Indien, Thailand, Myanmar, Bangladesh, die Malediven, die Seychellen, Yemen, Somalia, Kenya und Tanzania. In Aceh und Nord-Sumatra sind schätzungsweise 110 000 Menschen durch die Flut umgekommen, die Siedlungen an der Westküste verwüstet, Banda Aceh zu 50%, Lamno zu 70 % zerstört, die meisten kleineren Ortschaften an der Küste von Aceh Jaya (z.B. Calang, Tenom) jedoch zu 100%. Die Infrastruktur einschließlich der Schulen ist komplett kaputt oder stark beschädigt. Viele Eltern und Lehrer sind tot oder vermisst, und die überlebenden Kinder irren in Behelfslagern für Flüchtlinge ( Internally Displaced Persons /IDPs) herum, wo sie vorerst keine Möglichkeit zum Schulbesuch haben oder traumatisiert sind. Flora & Fauna International (FFI) hat die für die Erziehung verfügbare Infrastruktur einschließlich der Lehrkapazität in den beiden Unterdistrikten Jaya und Krueng Sabee des Distrikts Aceh Jaya mit dem Ziel untersucht, den dortigen Bedarf zur Überbrückung des Zeitraums festzustellen, in dem jetzt kein regulärer Grundschul-Unterricht angeboten werden kann. Die indonesische Marine hat bereits nahe der Küste bei Calang eine kinderfreundliche Anlage mit Zelten eingerichtet, wo 232 Kinder mit Gruppenspielen und gemeinsamem Singen beschäftigt werden. Das Marinepersonal wird hierbei von FFI unterstützt, so dass die großenteils schwer traumatisierten Kinder während eines geordneten Tagesablaufs von unseren Leuten betreut werden, um seelisch zur Ruhe zu kommen. Nun planen wir für die genannten 232 Kinder die Wege zur Wiederaufnahme des Schulunterrichts im Laufe der nächsten Wochen zu ebnen. In dem Städtchen Calang ist die Infrastruktur komplett zerstört. Von den ursprünglich 7300 Einwohnern sind 6550 tot oder vermisst. Etwa 4200 Flüchtlinge (hauptsächlich aus anderen Orten) kampieren in der Nähe auf einem Hügel und haben dringenden Bedarf an Wasser, Wetterschutz, Medikamenten und medizinischer Betreuung. In Lamno, der Hauptstadt des Unterdistrikts Jaya, befinden sich außer den rund 7000 Überlebenden etwa 12 500 Flüchtlinge (IDPs). Es gibt 10 IDP-Camps; ein Teil der IDPs nutzt Schulen und Moscheen als Notunterkünfte. Mehr als die Hälfte der Schulgebäude ist zerstört (bisher 25 Grundschulen [jetzt noch 11], 5 Sekundärschulen [3], 1 Highschool [1]). Von den 130 Grundschul-Lehrern haben 104 überlebt, von 61 Sekundärschul-Lehrern 55, von 22 Highschool-Lehrern 20. Nach der Katastrophe gab es nach Angaben der Schulbehörde noch 1689 Grundschüler, 765 Sekundärschüler und 411 Schüler der Highschool. Der Unterricht ist zusammengebrochen, weil viele Lehrkräfte obdachlos geworden sind und, oft auch nach dem Verlust nächster Angehöriger, in PDI Camps leben. Die Schulbehörde will den Unterricht am 26. Januar wieder aufnehmen. Dafür möchte FFI 6 Schulzelte aus UNICEF-Beständen am 23. Januar nach Lamno schaffen, so dass für den Notunterricht 6 »Klassenräume« verfügbar werden.
1. Ermöglichung der Wiederaufnahme
von Grundschul-Unterricht im Distrikt Aceh Jaya für alle Kinder durch
die Errichtung von Behelfsschulen (in speziellen Schulzelten), Beschaffung
benötigter Materialien und weitere Maßnahmen zum Wohle der
Kinder
Seit Anfang 2004 hat Fauna
& Flora International eng zusammengearbeitet mit Bildungseinrichtungen
und Lehrern des Distrikts Aceh Jaya. Dies erfolgte im Rahmen der Rare
Pride Campaign, einem Projekt, welches das Umwelt-Bewusstsein insbesondere
bei Verwaltungen, Lehrern und Schülern wecken soll. FFI konnte hierbei
auf die guten Arbeitsbeziehungen zurückgreifen, die sich seit Beginn
eines Naturschutz-Projekts in Aceh Jaya entwickelt haben. Wir werden deshalb
darauf achten, dass vorrangig die im Distrikt Aceh Jaya noch lebenden
Lehrer eingesetzt werden. Sie kennen ihre Kinder.
• Anwerbung von Lehrern
für bestimmte Schulorte im ganzen Aceh Jaya Angestrebte Ergebnisse • Wiederaufnahme des
Schulbetriebs in Tsunami betroffenen Gebieten Leistungsangebot von FFI • Einsatz des von FFI
gemieteten 30-Tonnen-Schiffs für die Anlieferung der Kennwort: Hilfe Flutopfer ACEH Number of Primary schools, teachers and pupils in Aceh Jaya District before and after the Tsunami Sub—district Schools
Teachers Pupils Map of Aceh Jaya District |







